CSD Bremen verbietet Fetischdarstellung und entfacht Debatte

20.07.2021 52a790f5dafcaaec2bc79a50c1520023b243ced0

In den letzten Tagen geriet der „CSD Bremen + Bremerhaven e.V.“ in heftige Kritik für eine Aussage auf seiner Homepage unter dem Motto „Unsere Vision“ und entfachte damit eine Grundsatzdebatte: Ist Fetisch queer bzw. dürfen Fetischist*innen als solche an Pride-Paraden teilnehmen?

Was hat der CSD Bremen zum Thema Fetisch gesagt?

Am 17. Juli aktualisierte der CSD Bremen in Hinblick auf die geplante Demonstration am 28. August seine Grundsätze: „…das Darstellen von Fetischen in der Öffentlichkeit finden wir nicht hilfreich, wenn wir bei der gleichen Demonstration und Kundgebung über Themen wie Asylrecht, Trans*Recht oder queere Krankenversorgung sprechen möchten.“


Warum wurde der Fetisch problematisiert?

Dazu schrieben die Organisator*innen in ihrem mittlerweile abgeänderten Eintrag, Fetische könnten von Zuschauer*innen „sexuell gelesen“ werden, ohne dass diese darin eingewilligt hätten. „Ganz zu schweigen davon, dass die Sexualisierung von Frauen* im Allgemeinen und Minderheiten im Besonderen problematisch genug ist.“


Wie reagierte die Community darauf?

Die als „Fetisch-Verbot“ diskutierte Äußerung wurde teils heftig kritisiert, u.a. von den Kolleg*innen von queer.de aber auch auf sozialen Plattformen: Angeprangert wurde u.a., dass das Stehen zu einer sexuellen Devianz (Fetisch) nicht mit einer öffentlichen sexuellen Handlung gleichgesetzt werden dürfe.


Ist Fetisch nun queer oder nicht?

Die Fetisch-Community ist seit jeher Teil der Queer-Community, jedoch wird von Kritiker*innen immer wieder bemängelt, es handele sich dabei um keine Einstellung zur Liebe, sondern bloße sexuelle Vorliebe. Dass dies jedoch zu kurz gedacht ist, zeigen zahlreiche gute Gegenreden, die v.a. seit den letzten Tagen im Netz kursieren. 


Wie hat sich der CSD Bremen zu der Kontroverse geäußert?

Der CSD Bremen hat den umstrittenen Abschnitt mittlerweile abgeändert: „Wir haben jetzt Fetisch durch Sex ersetzt. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir zwei Sachen in einen Topf geworfen haben, die zwar Überschneidungen haben, aber nicht das Gleiche bedeuten.“ Auch dies sorgte für heftige Kritik.

myKiNK betrachtet es als selbstverständlich, dass die Fetisch-Community Teil der Pride-Community ist und begrüßt jede Form von Solidarität im Kampf gegen veraltete und ausgrenzende Normen. 

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